Strategische Forschungsagenda der Holzwirtschaft vor ihrer Fertigstellung

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Der europäische Holzsektor hat seine langfristigen Forschungsthemen definiert und ist mit seinem Projekt »Forest-Based Sector Technology Platform« zu einem bedeutenden forschungspolitischem Akteur in der EU aufgestiegen. Auf Basis der im Februar 2005 erarbeiteten Grundlagen steht nun eine strategische Forschungsagenda kurz vor ihrer Fertigstellung.

»Mit dem Plattform-Projekt der Holzwirtschaft schaffen wir eine Basis für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit unserer Branche. Forschung und Entwicklung setzen die Zusammenarbeit in der gesamten Wertschöpfungskette voraus, insbesondere nahe beim Endnutzer und Kunden. Die Herausforderung besteht darin, erfolgsversprechende Ideen zu identifizieren und sie in konkrete Produkte, Dienstleistungen und Geschäftskonzepte umzusetzen«, sagt Lars Gädda, Leiter Forschung und Entwicklung bei M-real und Vorsitzender der Plattform-Gruppe des finnischen Holzsektors. In der finnischen Arbeitsgruppe sind neben Unternehmen auch Forschungseinrichtungen der Branche, Universitäten und Hochschulen sowie Geldgeber vertreten.

Die strategische Forschungsagenda hebt jene Bereiche hervor, auf denen die europäische Holzwirtschaft ihre Wettbewerbsfähigkeit bewahren und ausbauen und zum Wohlstand in Europa beitragen kann, zum Beispiel durch größere Wertschöpfung bei Produkten und Dienstleistungen der Forstindustrie und verbesserte Nutzung des Holzes. Die Wälder als Teil der Gesellschaft und die langfristige Bewahrung der Waldressourcen sind ebenfalls wichtige Themen.

Holzfaserverpackungen sind Produkte mit Zukunft. Intelligente Papiere und Verpackungen kombinieren Faserrohstoff mit Informationstechnologie. Zum Beispiel kann in das Papier oder die Verpackung ein Chip integriert werden, auf dem sich Produkteigenschaften oder andere Informationen speichern lassen. Gerade intelligente Applikationen bieten ungeahnte Möglichkeiten: Die Verpackung kann Auskunft geben, ob die Ware verdorben ist, oder man kann den Weg des Produkts über die gesamte Transportkette verfolgen.

Außerdem gehören zur Forschungsagenda neue Fertigungskonzepte und der Gedanke des »aus weniger mehr machen«. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Verwendung von erneuerbaren Rohstoffen und Bioenergie. Auch in dieser Beziehung muss sich die Holzwirtschaft vom Produzent von Roh- und Ausgangsstoffen zum Lösungsanbieter entwickeln.

»Die finnische Forstindustrie hat eine bedeutende Rolle bei der Ausarbeitung der Forschungsagenda gespielt. Aus diesem Grund sind die uns wichtigen Punkte in ihr gut vertreten. Hierzu gehören unter anderem die vielseitige Bedeutung des Waldes, Fragen der Rohstoffversorgung sowie die Möglichkeiten der Bioenergie. Auch die Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien fand ausführliche Berücksichtigung. In dieser Beziehung sind die Finnen in einer guten Position, schließlich haben wir in Finnland zwei starke Cluster, den IKT- und den Holzcluster«, fährt Gädda fort.

Weitere Informationen:

Kari Luukko, Forschungsleiter, Verband der Finnischen Forstindustrie und Sekretär des Plattform-Projekts,
Tel. +358 9 132 6622
name.nachname@forestindustries.fi

Päivi Luoma, Leiterin EU-Politik, Verband der Finnischen Forstindustrie
Tel. +358 9 132 6626
name.nachname@forestindustries.fi

www.forestplatform.org 

Die Technologieplattformen (European Technology Platforms) sind eine neue, von der EU-Kommission initiierte Form der Kooperation, mit deren Hilfe die Lissabonner Strategie zur Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der EU umgesetzt werden soll.

Die Technologieplattform der Holzwirtschaft (Forest-based Sector Technology Platform) hat eine Vision bis 2030 definiert. Ihr zufolge kommt der europäischen Holzwirtschaft eine wichtige Rolle in der auf nachhaltiger Entwicklung basierenden Gesellschaft zu. Die europäische Forstindustrie ist wettbewerbsfähig, ihr Erfolg beruht auf Know-how und Kompetenz. Sie nutzt in vielfältiger Weise die nachwachsende Naturressource Holz.